Bordeaux – Besuch in St. Émilion
In Bordeaux gibt es zwei Ufer – das linke und das rechte. Trennen tut die beiden der Fluss Gironde, die sich danach trennt in die Garonne und die Dorgogne.
Der klassische Bordeaux Blend (Mischung) besteht aus Cabernet Sauvignon und Merlot sowie kleinere Mengen von Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot – ob der Wein eher Merlot oder Cabernet-lastig ist, entscheidet primär die Uferseite.
Rive Gauche ou Droite?
Am linken Ufer findet man primär Weine mit einem hohen Cabernet Sauvignon Anteil – weil dort die Böden sandig sind und die Wärme besser speichern. Cabernet mag es warm, da die Traube lange braucht, um auszureifen. Am rechten Ufer jedoch dominieren lehmige kühle Böden – hier gedeiht Merlot am besten. Die meisten Weinproduzent*innen, egal an welchem Ufer ihr Weinberg liegt, bauen dennoch auch andere Trauben an, damit sie den Bordeaux Blend machen können.
Die fünf degustierten Weine in St. Émilion in Bordeaux FR.
Edle Tropfen
Auf meiner Reise ins Bordeaux habe ich das bekannte Dörfchen St. Emilion besucht, welches am rechten Ufer liegt. Hier wird primär Merlot angebaut. Besonders bekannt aus dieser Region ist die Appellation Pomerol und davon natürlich der Pomerol Chateau Pétrus, einer der teuersten Weine der Welt. Warum? Weil JFK ihn zu seinem Lieblingswein erkoren hat und weil er an mehreren königlichen Banketten aufgetischt wurde. Eine Flasche kostet einige tausend Franken. Habe ich den probiert? Nein, natürlich nicht. Aber ich durfte eine schöne St. Emilion Strecke testen:
Weisswein: Bordeaux ist nicht bekannt für Weisswein – aber in der Region L’Entre Deux Mers, also zwischen den zwei Flüssen Dorgogne und Garonne, wird ganz anständiger trockener Weisswein produziert. Die typische Mischung ist Sauvignon Blanc und Sémillon. Das ergibt schöne trockene, fruchtige Weissweine – hier sehr deutlich riech- und schmeckbar; die Stachelbeere.
Rotwein: Da wir uns in St. Emilion befinden, ist die primäre Sorte Merlot.
Der erste Rotwein ist ein Bordeaux Blend, mit 78% Merlot und 22% Cabernet Franc – sehr fruchtig, frisch und noch etwas jung zum Trinken. Ein junges Weingut, Clos Hêdoné von zwei jungen Weinmakern in St. Emilion, die mit ihrer Flaschenwahl auffallen.
Der zweite Rote, der Pomerol, ist auch jung, ebenfalls eine Mischung aus Merlot und Cabernet Franc – man schmeckt noch deutliche Tannine, dem jungen Alter geschuldet. Pomerol ist eine Appellation, die sich nicht der Klassifizierung unterzieht, welche der dritte Rotwein hat, weil sie sagt, wir sind unsere eigene Marke.
Der dritte Rotwein, von Franc Mayne, ist deutlich älter mit seinem 2014er Jahrgang. Er besteht aus 90% Merlot und 10% Cabernet Franc. Das Grand Cru Classé zeigt, dass das Weingut als eines der Topgüter in St. Emilion gilt. Beim Degustieren schmeckt man klar die sekundären und v.a. tertiären Lagernoten, da der Wein einige Jährchen auf dem Flaschenhals hat.
Zu guter Letzt ein Exot; der Chateau Martet ist ein reiner Merlot – ein spannender Vergleich in dieser Degustation, der aber etwas abfällt, grad gegenüber dem Pomerol und dem Franc Mayne.
Was haltet ihr von Bordeaux Weinen? Schon probiert? Hat’s geschmeckt?